Baumchirurgie – Sondermaßnahmen zur Erhaltung geschädigter Bäume
Der Begriff Baumchirurgie ist ein traditioneller Ausdruck aus der Baumpflege, wird heute jedoch nur noch selten verwendet. Manche Fachkollegen betrachten ihn als überholt oder missverständlich. Tatsächlich beschreibt er jedoch – richtig eingeordnet – ein Bündel besonderer Maßnahmen zur Baumerhaltung, wenn klassische Pflegeeingriffe nicht mehr ausreichen.
In unserem Verständnis umfasst Baumchirurgie gezielte, invasive Eingriffe an stark geschädigten Bäumen, mit dem Ziel, deren Stand- und Verkehrssicherheit zu erhalten und die verbleibende Lebenserwartung sinnvoll zu verlängern.
Wenn klassische Baumpflege nicht mehr genügt
Baumchirurgische Maßnahmen kommen dann zum Einsatz, wenn:
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erhebliche strukturelle Schäden vorliegen
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größere Kronen- oder Stammdefekte entstanden sind
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Sturmschäden akute Risiken verursachen
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eine Fällung droht, obwohl Erhaltung fachlich noch vertretbar ist
Historisch bekannte Beispiele sind das Ausbetonieren von Stammhöhlungen oder das großflächige Ausfräsen von Faulstellen mit Drainagen. Diese Methoden gelten heute als überholt und werden nicht mehr angewandt. Moderne Baumchirurgie orientiert sich stattdessen an biologischen, statischen und baumphysiologischen Erkenntnissen.
Sondermaßnahmen nach aktuellem Stand der Technik
Was früher unter Baumchirurgie zusammengefasst wurde, wird heute in der ZTV-Baumpflege als Sondermaßnahmen beschrieben. Ziel ist stets die bestmögliche Erhaltung der Restlebensdauer des Baumes unter Berücksichtigung der Verkehrssicherheit.
Dazu zählen unter anderem:
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größere Schnittmaßnahmen außerhalb der üblichen Pflegerichtwerte
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gezielte Entlastung geschädigter Kronenteile
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Bohrungen und Verbolzungen bei strukturellen Defekten
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statische Sicherungsmaßnahmen
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spezielle Schutzanwendungen
Auch moderne Baumschutzmaßnahmen, die ihren Ursprung in der klassischen Baumchirurgie haben, sind hier einzuordnen.
Beispiele aus der Praxis
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Ulmenbehandlung: Bestimmte Ulmen können durch gezielte Schutz- oder Behandlungsmaßnahmen vor dem Absterben bewahrt werden, das andernfalls durch Schädlings- und Krankheitskomplexe droht.
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Sonnenschutz: Das Auftragen spezieller Schutzmittel (z. B. ArboFlex) kann bei empfindlichen Baumarten wie Buche oder Ahorn wirksam vor Sonnenbrand schützen.
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Sturmschäden: Ausgebrochene Kronenteile oder angebrochene Druckzwiesel lassen sich in manchen Fällen durch fachgerechte Eingriffe so stabilisieren, dass eine Fällung vermieden oder zumindest deutlich hinausgezögert werden kann.
Je nach Ausgangslage kann die Lebenserwartung eines Baumes so um Jahre oder sogar Jahrzehnte verlängert werden.
Realistische Einschätzung statt falscher Versprechen
Baumchirurgie ist keine Garantie auf dauerhafte Rettung. Sie ist stets eine Einzelfallentscheidung, die fachlich, biologisch und rechtlich abgewogen werden muss. Ziel ist nicht das künstliche „Am-Leben-Halten um jeden Preis“, sondern eine verantwortungsvolle Abwägung zwischen Erhalt, Sicherheit und Sinnhaftigkeit.
Notfall nach Sturm? Handeln Sie zeitnah
Nach Sturmereignissen sollten beschädigte Bäume zeitnah begutachtet werden. Je früher geeignete Maßnahmen ergriffen werden, desto größer sind die Chancen, den Baum zu erhalten.
Kontaktieren Sie uns gerne – wir beurteilen fachlich, ob und welche Maßnahmen sinnvoll sind.
ein traditioneller, wird heutzutage jedoch nicht mehr oft erwähnt. Es gibt auch Baumpfleger, die diese Betitelung als nicht mehr zeitgemäß oder gar falsch darstellen. Tatsächlich aber bietet die Baumchirurgie ein Sammelsurium wesentlicher Maßnahmen zur Baumerhaltung, wenn die klassische Baumpflege nicht mehr ausreicht. Sie impliziert die invasive Behandlung stark geschädigter Bäume, die mittels chemischer oder mechanischer Unterstützung vor der Fällung bewahrt werden können. Bekannte Beispiele alter Zeiten sind ausbetonierte Hohlräume in Bäumen oder ausgefräste Faulstellen mit Drainagen.
In diesen nach ZTV-Baumpflege nun genannten Sondermaßnahmen werden Methoden angewandt, die der möglichst besten Aufrechterhaltung der Restlebenserwartung des Gehölzes dienen. Übergreifend dazu sind auch die heute bekannten „Baumschutzmaßnahmen“ der alten Chirurgie inbegriffen. Als Beispiel sei das Impfen von Ulmen erwähnt, die wegen der Möglichkeit des Befalls durch den Ulmenprachtkäfer und der daraus oft resultierenden Komplexkrankheit ansonsten zum Absterben verurteilt wären. Ein weiteres Anwendungsszenario ist das Auftragen von ArboFlex zum Schutz gegen Sonnenbrand bei Buche und Ahorn.
Im Grunde sind mit der Baumchirurgie Maßnahmen gemeint, anhand derer größere Schnitte als in der ZTV empfohlen durchgeführt und zum Beispiel Bohrungen mit anschließender Verbolzung etc. getätigt werden müssen. Wenn nach einen Sturm Kronenteile ausgebrochen sind oder ein sogenannter Druckzwiesel angebrochen ist, kann die durch den Schaden verkürzte Lebenserwartung durch einen fachmännischen Eingriff doch nochmal um einige Jahre bis Jahrzehnte verlängert oder der Baum sogar vor einer kompletten Fällung gerettet werden.
Bei einem solchen Notfall nach Sturm warten Sie nicht lange und kontaktieren uns, damit wir auch Ihrem Baum das Leben retten können.



