Baumschutz – Erhalt von Bäumen bei Baumaßnahmen
Baumaßnahmen im unmittelbaren Umfeld von Bäumen stellen für diese eine erhebliche Belastung dar. Schäden entstehen dabei häufig nicht durch den eigentlichen Bauvorgang, sondern durch Bodenverdichtung, Wurzelverletzungen oder unsachgemäße Nutzung sensibler Schutzbereiche während der Bauphase.
Ziel des fachgerechten Baumschutzes ist es, bestehende Bäume trotz baulicher Eingriffe dauerhaft zu erhalten, ihre Vitalität zu sichern und Folgeschäden zu vermeiden.
Fachliche und rechtliche Grundlagen
Der Schutz von Bäumen auf Baustellen unterliegt klaren fachlichen Vorgaben. Maßgeblich sind die anerkannten Regelwerke der FLL, insbesondere die Richtlinien zum Schutz von Bäumen bei Baumaßnahmen.
Diese definieren Schutzbereiche, zulässige Eingriffe sowie geeignete Schutzmaßnahmen und dienen zugleich der rechtlichen Absicherung aller Beteiligten.
Typische Gefährdungen für Bäume auf Baustellen
Bäume reagieren besonders empfindlich auf:
Befahrung und Verdichtung des Wurzelraums
temporäre oder dauerhafte Baustraßen im Feinwurzelbereich
Lagerung von Material im Schutzbereich
mechanische Verletzungen von Stamm und Krone
Veränderungen des Wasser- und Lufthaushalts im Boden
Viele dieser Schäden sind erst zeitverzögert sichtbar, führen jedoch langfristig zu Vitalitätsverlust, erhöhter Bruchgefahr oder Absterben.
Maßnahmen des fachgerechten Baumschutzes
Je nach Standort, Baumart und Bauvorhaben setzen wir gezielte, aufeinander abgestimmte Schutzmaßnahmen ein.
Schutz des Wurzelraums
Einsatz moderner, überbaubarer und druckstabiler Substrate, die nach Abschluss der Arbeiten wieder beschädigungsfrei entfernt werden können
Aufbau temporärer Baustraßen mit Lastverteilungs- und Fahrplatten
Vermeidung von Bodenverdichtung durch angepasste Bauabläufe
Schutz von Stamm und Krone
fachgerechte Stammschutzsysteme
stabile Baumschutzzäune zur klaren Abgrenzung von Ruhezonen
Verbot von Befahrung, Begehung und Materiallagerung innerhalb der Schutzbereiche
Begleitende Baumpflege
fachlich begründete Kroneneinkürzungen oder Entlastungsschnitte vor Baubeginn
Nachschnitt und Pflege der Krone nach Abschluss der Baumaßnahme
Kontrolle der Baumreaktion in den Folgejahren
Wurzelarbeiten im Ausnahmefall
In besonderen Situationen – etwa bei der Erneuerung von Tiefgaragenzufahrten, Leitungsführungen oder Einfahrten – kann ein Eingriff in den Wurzelraum trotz sorgfältiger Planung nicht vollständig vermieden werden.
In solchen Fällen sind zurückhaltende, fachlich begleitete Wurzelkürzungen möglich, sofern sie:
auf das notwendige Mindestmaß beschränkt bleiben
baumart- und standortbezogen beurteilt werden
statisch und physiologisch vertretbar sind
Zum Schutz freigelegter Wurzeln werden Wurzelschutzvorhänge eingesetzt. Diese schützen während der Bauphase vor Austrocknung, mechanischen Schäden und Witterungseinflüssen. Nach Abschluss der Arbeiten erfolgt der fachgerechte Rückbau sowie die Regeneration des Wurzelraums.
Baumschutz als Prozess
Baumschutz ist keine Einzelmaßnahme, sondern ein baubegleitender Prozess, bestehend aus:
Beratung in der Planungsphase
Festlegung geeigneter Schutzmaßnahmen
Kontrolle während der Bauzeit
Nachsorge nach Abschluss der Arbeiten
Frühzeitige Einbindung ist dabei entscheidend – Schäden lassen sich so oft vollständig vermeiden.
Beratung & Umsetzung
Wir beraten private Bauherren, Architekten, Bauträger und öffentliche Auftraggeber zu fachlich sinnvollen, wirtschaftlichen und baumverträglichen Lösungen.
Sprechen Sie uns frühzeitig an – Baumschutz wirkt am besten, bevor Schäden entstehen.



