Baumpflege – Werterhalt durch vorausschauendes Handeln
Die Baumpflege umfasst eine Vielzahl unterschiedlicher Maßnahmen. Je nach Zielsetzung des Auftraggebers und fachlicher Einschätzung können einzelne Arbeiten oder auch kombinierte, positionsübergreifende Pflegemaßnahmen erforderlich sein.
Typische Leistungen der Baumpflege sind unter anderem:
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Entfernung von Totholz
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Beseitigung sich reibender oder störender Äste
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Herstellung von Lichtraumprofilen im Straßen- und Gehwegbereich
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Kronenkorrekturen bei erkennbaren Fehlentwicklungen
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Erhaltungsschnitte zur langfristigen Kronenstabilität
Welche Maßnahmen sinnvoll sind, ergibt sich stets aus dem Zustand des Baumes, seinem Standort und seiner zukünftigen Entwicklung.
Den Baum in Jahrzehnten denken
Eine fachgerechte Baumpflege erfordert nicht nur Erfahrung, sondern vor allem Verständnis für das Individuum Baum – idealerweise mit einem Planungshorizont von 20 bis 30 Jahren.
In der Praxis sieht es jedoch häufig anders aus: Gerade im privaten Bereich werden Bäume gepflanzt und anschließend über viele Jahre nicht mehr fachlich kontrolliert oder gepflegt.
Dabei ist insbesondere die Jungbaumpflege von zentraler Bedeutung. Frühzeitig erkannte Fehlentwicklungen innerhalb der Krone lassen sich oft mit minimalem Aufwand korrigieren – während jahrelange Vernachlässigung Schäden und Kosten deutlich erhöht.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Baum wird mit einem Stammumfang von etwa 20–25 cm gepflanzt.
Bereits nach drei Jahren bildet sich eine Konkurrenzkrone im Kronenansatz aus – gut erkennbar und mit wenigen Handsägenschnitten problemlos korrigierbar.
Wird diese Entwicklung jedoch über zehn Jahre ignoriert, entstehen:
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deutlich größere Schnittwunden
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Freilegung von Kernholz
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erhöhte Gefahr von Fäule
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langfristige statische Probleme
Auch wirtschaftlich ist der Unterschied erheblich:
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ca. 100 € für eine frühzeitige Jungbaumpflege
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ca. 450 € für die erste größere Schnittmaßnahme nach zehn Jahren
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zuzüglich Folgekosten in den darauffolgenden Jahren
Oder, wie es schon früher treffend hieß:
„Früh erkannt ist früh gebannt.“
Nach diesem Grundsatz arbeiten wir – und klären unsere Kunden entsprechend auf.
Der richtige Schnittzeitpunkt – mehr als eine Bauernregel
Noch immer hält sich hartnäckig die Meinung, Bäume müssten grundsätzlich im Herbst geschnitten werden. Diese Regel trifft jedoch nur sehr eingeschränkt zu.
Der optimale Schnittzeitpunkt hängt ab von:
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der Baumart
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dem Ziel der Maßnahme
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dem physiologischen Zustand des Baumes
Aus baumbiologischer Sicht gilt:
Leichte Kroneneinkürzungen und klassische Pflegemaßnahmen sollten bevorzugt nach dem vollständigen Laubaustrieb und während der Vegetationsphase erfolgen.
In dieser Phase ist der Baum stoffwechselaktiv, die Versorgung mit Wasser, Nährstoffen und Assimilaten läuft auf Hochtouren. Schnittwunden können:
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frühzeitig mit Kallus umrandet
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anschließend zügig überwallt
werden.
Erfolgt der Schnitt hingegen kurz vor oder während der Vegetationsruhe, ist der Zuwachs an der Wundfläche oftmals minimal – die Heilung verzögert sich erheblich.
Der Vergleich zur Humanmedizin liegt nahe:
Nicht dringend notwendige Eingriffe werden bevorzugt dann durchgeführt, wenn der Organismus leistungsfähig und regenerationsstark ist – beim Menschen wie beim Baum.
Fachliche Beratung & Planung
Gerne beraten wir Sie ausführlich zu Ihrem Baum und empfehlen den richtigen Zeitpunkt sowie den passenden Umfang der Pflegemaßnahme. Eine frühzeitige Planung ermöglicht eine ordnungsgemäße, nachhaltige und baumschonende Durchführung.
Ihr Baum wird es Ihnen danken – mit Vitalität, Stabilität und Langlebigkeit.







